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Mobility Flatrate

by Carsten Kreilaus. Average Reading Time: about 3 minutes.

Ich bin ein regelrechter Autofan, fast schon Fanatiker. Für mich muss ein Auto nicht nur von A nach B fahren. Für mich bedeuten Autos: Leidenschaft und Emotionen pur, Design, Mobilität, Luxus, Freude und Freiheit. Gleichzeitig plagt mich zunehmend mein Ökogewissen und Kostenbewusstsein. Auf den Monat runtergerechnet zahlen wir Autobesitzer doch einige Hundert Euro für Versicherung, Tanken, Werteverfall, evtl. Reparaturen oder Finanzierungsraten oder Leasinggebühren. Diese Bilanz im Verhältnis zur tatsächlichen Benutzung, unter Ausblendung der Emotionen, fällt eindeutig negativ aus. Unser Auto ist mehr Anschauungsobjekt, als Fahrzeug. Das ist für mich eine ziemliche Geldverschwendung und vermeidbare Kapitalbindung. Ganz zu schweigen, dass das Auto weltweit gesehen einen ordentlichen Beitrag zur Klimaerwärmung leistet. Ein Status Symbol war es für mich noch nie, okay vielleicht ein bischen. Es macht mir einfach Freude ein schönes Auto zu fahren, zu genießen und zu erleben. Jedes Erlebnis nutzt sich ab und so viele Autos, wie es schöne gibt, kann und will ich mir nicht leisten. Zeit also sich Gedanken über Alternativen zu machen.

In punkto Umweltverträglichkeit könnte das Elektroauto – betrieben mit Ökostrom – eine Alternative sein. Allerdings steht auch hier wieder der Besitz gegen die Nutzung. Ich für meinen Teil muss ein Auto nicht mehr besitzen, mir reicht die Nutzung. Denn: Leider zahle ich nie die tatsächliche Nutzung bei Leasing und Co., sondern immer auch den Stilstand. Damit könnten CarSharing oder Nachbarschaftsautos eine echte Alternative sein. Hier zahle ich immer nur die Fahrt. Das hört sich gut an, ist aber zur Zeit noch nicht wirklich flächendeckend und meistens aufs Stadtgebiet konzentriert verfügbar. Was aber, wenn jemand auf dem Land oder am Stadtrand wohnt. Hier gibt es als Alternative zum Auto nur die öffentlichen Verkehrsmittel, bzw. das Fahrrad. Beim öffentlichen Personennahverkehr müssen wir uns Fahrplänen unterordnen, es werden keine individuellen Ziele angefahren, sondern feste Routen. Des weiteren ist der S-Bahn Verkehr zum Teil unplanmäßig und verspätet. In jedem Fall wird mir die Spontanität und Flexibilität genommen. Im Gegensatz dazu wird mir Zeit geschenkt, die ich zum Lesen, dösen oder zur Beobachtung anderer Fahrgäste nutzen kann. Für weitere Strecken bleibt uns die Bahn oder das Flugzeug. Neben den relativ hohen und zusätzlichen Kosten zu unserem Autobesitz, müssen wir uns auch hier einordnen. Die Bahn scheint die umweltschonerende Alternative zu sein. Mit dem Flugzeug sind wir meistens schneller am Ziel. Das Fahrrad scheidet bei längeren Fahrten aus, hat begrenzte Transportmöglichkeiten, dafür tun wir aber gleichzeitig etwas für unsere Gesundheit sowie für die Umwelt. Irgendwie hat jedes der Verkehrsmittel sein Vor- und Nachteile. Wie wäre dann eine intelligente Verknüpfung aller Verkehrsmittel, je nach Bedarf und Strecke? Immer das passende Verkehrsmittel zur passenden Zeit. Theoretisch heute bereits möglich, allerdings der Organisationsaufwand dafür hoch. Und sind wir doch mal ehrlich, bequem sind und wollen wir bleiben. Schließlich steht unser Auto derzeit vor der Tür und wir brauchen nur einsteigen. Los geht´s.

Fassen wir zusammen: Autobesitz muss nicht sein, wenn Auto, dann gerne der Abwechslung halber öfter ein anderes. Je nach Weg und Ziel gibt es bereits jetzt die richtigen Verkehrsmittel, diese agieren jedoch autark voneinander. An der Umweltverträglichkeit wird gearbeitet und alle Verkehrsmittel werden immer „sauberer“.  Damit liegt eine mögliche Lösung auf der Hand: Wann kommt die Mobility Flatrate? Deren Motto: Mobil im Leben. Was könnte sich hinter einer Mobility Flatrate also verbergen. In aller erster Linie ein Betrag x, der pro Monat, pro Jahr gezahlt werden kann und der alle Verkehrsmittel bündelt und mich diese jeder Zeit nutzen lässt, wenn ich sie benötige. Egal ob ich mit der Bahn, mit dem Bus, S-oder U-Bahn fahren möchte oder doch zu einem CarSharing Angebot greife, ein Leihfahrrad nehme, die Mobility Flatrate deckelt die entsprechende Nutzung ab. An zweiter Stelle die unkomplizierte und transparente Nutzung. Hier bietet sich die Organisation übers Smartphone an, unserem ständigen Begleiter. Nach Zieleingabe sowie Wahl der Präferenzen gibt die App die entsprechende Route sowie Verkehrsmittel aus. Nach Bestätigung oder Änderung der Verkehrsmittel werden die Fahrten reserviert, Fahrzeuge entsprechend gebucht. Ein cooler Schlitten steht damit immer noch nicht vor meiner Tür, dafür habe ich die Gewißheit einen möglichst kleinen ökologischen Fußabdruck zu hinterlassen. Ich würde die Mobility Flatrate abonnieren.

In diesem meinem Sinne, bis bald.

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3 comments on ‘Mobility Flatrate’

  1. Kreilaus sagt:

    da kommt endlich Bewegung in die Mobility-Flatrate:
    https://www.moovel.com/de/DE/ und die Bahn mischt auch mit http://www.qixxit.de mit, auf bahn.de dazu aber nix zu finden.

  2. Carsten sagt:

    Oliver Wyman Studie: Die Rolle des Autos muss neu erfunden werden, via greenmotorsblog.de: http://www.greenmotorsblog.de/automobilindustrie/oliver-wyman-studie-die-rolle-des-autos-muss-neu-erfunden-werden/

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