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Crowdsourced Products

by Carsten Kreilaus. Average Reading Time: about 2 minutes.

Das Internet 2.0 krempelt unsere Gewohnheiten und Kommunikationsform um. Alles und jeder ist sofort und immer erreichbar, Distanzen lösen sich auf und das Mitmach-Netz ist in aller Munde. Wir erleben eine Zeit des Umbruchs und demokratische Ideen ziehen immer mehr in der virtuellen Welt ein und krempeln auch die „alte“ Welt um. Das Internet wirkt als Verstärker und Beschleuniger in unserer realen Welt.

In der bis dato bekannten Wirtschaft haben Unternehmen eine Produktidee und bieten diese dem Markt an. Vor Markteintritt wird die Zielgruppe dieser Idee analysiert, die Marktgegebenheiten, das Wettbewerbsumfeld und das Potenzial für den möglichen Gewinn eingeschätzt. Der Markteintritt wird mit erheblichem Analyseaufwand abgesichert. Alles verbunden mit der Hoffnung, dass das Angebot auf entsprechende Nachfrage trifft und damit zum finanziellen Erfolg führt. Das kann natürlich gut gehen, schliesslich findet ein „blindes Huhn auch mal ein Korn“. Der finanzielle Aufwand und die Unsicherheit sind jedoch immens. Die Wirtschaft zäumt das Pferd seit eh und je von hinten auf! Das Internet hat uns bisher schon enormes Potenzial geliefert. Dank direktem feedback der Konsumenten sind die Unternehmen in der Lage – wenn sie zuhören – Produkte, Dienstleistungen, ihren Service im Sinne der Verbraucher zu verbessern. Die aus dem Boden sprießenden Bewertungsplattformen bieten dem Verbraucher zusätzliche Transparenz über das vielfältige Angebot und entlarven Firmen, die es nicht so ernst meinen.  Insofern hält immer mehr Basisdemokratie Einzug. Die Überschwemmung des Marktes mit Produkten, die keiner braucht, hat ausgesorgt.

Das Internet bietet den Unternehmen die einmalige Chance für das notwendige Umdenken und auf eine höhere Erfolgsquote. Nicht mehr die Produkt-Manager und Unternehmenslenker bestimmen, sondern die Konsumenten.  Es ist doch herrlich, wenn sich die Nachfrage selbst das Angebot raussucht und Firmen so aufgestellt sind, dass sie dieses befriedigen können. Erfolgreiche Firmen der Zukunft lassen die Konsumenten mitmachen, mitbestimmen und bieten so an, was wir möchten. Das ist doch schon die halbe Miete, wenn auch das produzierte Produkt der Erwartungshaltung und Vorgabe der Verbraucher entspricht. Diese zukünftigen Unternehmen sind eine Plattform, die die Verbraucherinteressen bündeln, managen und in gewünschte Produkte übersetzen. Gewinnen werden diejenigen, die die dazu notwendigen Denkweisen, Organisation und Prozesse am besten implementieren werden. Der interne Umbau bei Unternehmen hat in Ansätzen bereits begonnen, gehypte Firmen wie Google, Facebook & Co. gehen weg von der hierarchischen Denke hin zu mehr Basisdemokratie. Mozilla ist ein gutes Beispiel für die Entwicklung eines Produktes durch die User, gelenkt und gesteuert von einem „Unternehmen“. Auch auf Verbraucherseite wird man sich seiner „Macht“ immer bewußter und durch soziale Netzwerke und Bewertungsplattformen, direktes feedback wird unmittelbarer Einfluss ausgeübt. Diese beiden Tendenzen müssen weiter miteinander verschmelzen und können als Konsequenz zu Crowdsourced Products werden. Crowdsourcing ist der derzeit üblichste Begriff für diese Entwicklung und trifft gut, was gerade passiert. Was passieren kann, muss jetzt weitergedacht und richtig angewendet werden. Erste Schritte in diese Richtung gibt es schon, bspw. unserAller oder Premium-Cola. Hier bestimmen die User, was passiert, was gemacht wird, wie neue Produkte aussehen.

In diesem meinem Sinne, bis nächsten Sonntag.

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One comment on ‘Crowdsourced Products’

  1. uwe sagt:

    danke für den text. da fehlt evtl. ein problematischer teil: unternehmen haben oft mehr durchblick über die strukturen im hintergrund, sodass endkunden nicht immer wissen können wie die dinge optimaler organisiert werden könnten. user sind es immer häufiger gewohnt, produkte einfach im netz zu bestellen, und dann landen sie wie von geisterhand als paket vor der tür. war der produktions- und logistikweg fair bis dahin? das wird leider selten (mangels wissen über strukturen) hinterfragt. reine mitbestimmung reicht also nicht; unternehmen müssen sich auch mehr unter die haube gucken lassen, um qualifizierte mitbestimmung der user zu ermöglichen.

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