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Was kostet die (Um)Welt?

by Carsten Kreilaus. Average Reading Time: about 2 minutes.

Fast alles hat heutzutage seinen Preis und muss bezahlt werden! Fast, denn die Umwelt wird rigoros ausgeklammert. Wo bleibt das volkswirtschaftliche Modell bzw. auf Unternehmensebene die Betriebskostenrechnung, die der Umwelt einen Preis verleihen und Schluss machen würde mit dem kostenlosen Selbstbedienungsladen? Wir Menschen neigen dazu, alles als unseren Besitz zu deklarieren, so auch die Erde. Eine Indianer-Weisheit besagt: „Der Mensch hat das Netz des Lebens nicht gewebt, er ist nur ein Faden darin. Was immer er ihm antut, tut er sich selbst an.“, Chief Seattle. Dass wir uns dies antun, liegt in der menschlichen Natur begründet, wir wollen einfach immer mehr, solange wir es nicht am eigenen Leib spüren, wird weitergemacht. Hier ist ein dringendes Umdenken notwendig! Ansonsten wird passieren, was 1932 John Hollow Horn prophezeit hat:“Eines Tages wird die Erde weinen, sie wird um ihr Leben flehen, sie wird Tränen von Blut weinen. Ihr werdet die Wahl haben, ihr zu helfen oder sie sterben zu lassen, und wenn sie stirbt, sterbt ihr auch.“ In punkto Umwelt können wir viel und sollten von den Indianern lernen. Jetzt.

Hier eine aufgewärmte, aber bisher nicht weit genug gefasste und umgesetzte Idee. Im Prinzip eine Evolution und Revolution der Umweltökonomischen Gesamtrechnung. Für jeden Eingriff sollten die Unternehmen, die Staaten und auch wir Privatpersonen zahlen. Und zwar in einen von der UNEP verwalteten Fonds, der mit diesem Geld für die ökologische Nachhaltigkeit eintritt, für den Erhalt der Erde und mit diesem Geld begangenen Schaden repariert und in Technologien investiert, die für die Umwelt neutral sind.

Gewiss sehr schwierig, einen Preis für diverse Eingriffe festzulegen, eine Art Preiskatalog für die Umwelt. Was kostet die Abholzung einen Waldes, was im Gegensatz dazu die Rodung von Urwaldflächen. Was ist der Preis für die Ölforderung, den Abbau der Rohstoffe und die Nutzung der Agrarflächen, das Fahren mit dem Auto und anderen Verkehrsmitteln, unsere tägliche Produktion von Güter und Müll. Wie funktioniert das „Inkasso“ für säumige Zahler, wie die Kontrolle. Sicher kein leichtes Unterfangen, aber noch lange kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Gerade wir Deutschen sind doch Weltmeister der DIN-Normen, der Bürokratie. Da dürfte uns doch die Umsetzung leicht von der Hand gehen und als Vorbild voranzugehen. Ich möchte damit nicht die Planung vom Schreibtisch der Bürokraten herbei schwören, die können sich an der Entwicklung gerne und ebenso beteiligen, wie jeder andere. Ich schlage vor, die Internetuser anzuzapfen, die kollektive Intelligenz. Ein „Wiki“ muss dafür online gestellt werden, der es ermöglicht, den Umwelt-Preiskatalog gemeinsam zu entwickeln, zu pflegen und sogar die Umsetzung zu kontrollieren sowie deren Einhaltung zu überwachen. Sogar Verstöße könnten hier von der Gemeinschaft gemeldet werden. Im Idealfall erschaffen wir hier ein sich selbst steuerndes und regulierendes Netzwerk von Freiwilligen. Schwieriger jedoch dürfte es werden, die Welt zum Mitmachen zu bewegen, da Veränderungen und vor allem geldkostende gescheut werden. Die Hürden sind hoch und trotzdem: Die Zeit ist jetzt reif für ein grundlegendes Umdenken, hin zu einem respektvollen Umgang mit der Umwelt. Die Rechnung der Natur wird kommen! Warten wir weiter, werden wir diese nicht mehr zahlen können.

In diesem meinem Sinne, bis nächsten Sonntag.

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