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Responsive Shopping

by Carsten Kreilaus. Average Reading Time: about 3 minutes.

Auf unserem Surfweg durch das Internet stolpern wir immer wieder über Werbung. Deren Zweck ist klar, sie soll uns zum Kauf bewegen. Schade nur, dass diese meistens so gar nicht auf unsere aktuellen Wünsche eingeht. Da wäre es doch clever, wenn die wegbegleitende Werbung Relevanz für uns hat, wenn diese unserem Geschmack entspricht, sich an unsere Bedürfnisse anpasst und uns zu einem Zeitpunkt erwischt in der wir empfänglich für das beworbene Produkt sind. Der Erfolg dürfte um einiges höher liegen und das eingesetzte Geld rechtfertigen. Das Retargeting versucht uns diese Wirklichkeit vorzugaukeln. Wir begegnen Produkten, die wir uns zuvor angeschaut hatten. Diese verfolgen uns über die von uns angesteuerten Websites. Leider unterscheidet das Retargeting nicht, ob wir uns diese Produkte rein zufällig angeschaut haben oder aus echtem Interesse. Es weiß auch nicht, wann und ob das Bedürfnis bereits befriedigt ist, da ein Kauf bereits erfolgte. Damit stellt das Retargeting eine Annäherung dar, gibt uns eine erste Vorstellung in welche Richtung es in Zukunft geht: Werbung von Produkten die uns interessieren, relevant sind und unseren Geschmack treffen. Diesen Gedanken möchte ich auf die Websites von morgen übertragen. Deren Neuausrichtung sollte ermöglichen, dass nach Aufrufen nur für uns relevante Inhalte angezeigt werden. Der nicht notwendige Speck muss weg. Der Weg zum Kauf muss verkürzt werden. Damit haben es die Konsumenten bequemer und einfacher, was sich in den Verkaufszahlen messen lassen wird.

Suchen müssen wir meistens im Web und speziell beim eCommerce, da wir entweder nicht die Adresse eines entsprechenden Shops kennen oder uns einen Überblick verschaffen wollen. Generell ist der Weg im Web sehr lang, wir müssen viele Schritte zum Ziel gehen, oft zu viele. Die Suchmaschinen sind eine gute Orientierungshilfe, bieten diese doch einen ersten Überblick zu den gesuchten Begrifflichkeiten. Das Ergebnis ist eine ganze Liste an möglichen Treffern, wo wir im Web das gewünschte Angebot finden. Es macht nicht immer Spaß sich durchzuwühlen, da im Hintergrund unbekannte Algorithmen wirken die das Suchergebnis beeinflussen. Auch hier ist das Stichwort Relevanz wichtig, wir bekommen im Ergebnis oft etwas zu viel SEO zu Gesicht. Aber dies ist eine andere Geschichte. Wenn wir über die Suche auf eine Website gelangen, diese direkt oder in Zukunft über Facebook ansteuern, schauen wir gezwungenermaßen immer auf deren gesamtes Angebot. Dies ist überflüssig. Wenn wir ein Sakko suchen, männlich sind, braucht die Website uns kein Menüpunkt „Frauen“ oder „Kinder“ anzeigen. Es sei denn wir wollen ausdrücklich die gesamte Breite des Sortiments durchstöbern, diese Wahlmöglichkeit sollte gewährleistet sein und bleiben. Die Shopping-Websites sollten bereits beim Aufruf wissen wer wir sind, was wir wollen und uns auf den ersten Blick die gesuchten Inhalte anzeigen. Im Aufbau und Hintergrund müssen sich die Sites dementsprechend anpassen. Im Ergebnis erhalten wir individuelle Sites und je nach Suche immer wieder eine andere inhaltliche Zusammenstellung. So bleibt die Langeweile durch aufkommende Gewohnheit außen vor. Das dazu notwendige Wissen liefern unsere sozialen Datenprofile. Nachdem die Website anhand unseres virtuellen Fingerabdrucks die relevanten Inhalte rausgesucht hat, muss sie noch unseren Geschmack treffen. Anhand von unser Gefällt mir Historie weiß die Website genau, was wir uns vorstellen. Die Websites von morgen filtern alle Informationen und zeigen neben den relevanten Produktangeboten nur diejenigen, die unserem Geschmack, unserem Look entsprechen. Beim Sakkokauf müssen wir uns keine Gedanken mehr über Größenangaben machen. Diese sind bekannt und nur die Auswahl an Sakkos mit entsprechender Größe und Schnitt angezeigt. Datenschützer in Deutschland dürfte dies auf die Barrikaden bringen. Mein Einwand: Endlich wird im Vorfeld Wesentliches von Unwesentlichem gefiltert und wir bekommen nur Relevanz geliefert. Der Schlüssel liegt in der richtigen Verknüpfung unser virtuellen Daten und in deren Anwendung. Unsere Datenprofile sind die Killer-App des 21 sten Jahrhunderts und Facebook auf bestem Wege diesen Schlüssel zur Macht über die Konsumenten in der Hand zu halten. Sie müssen es nur erkennen, verstehen und anwenden lernen. Responsive Shopping wäre für mich eine wahre Freude.

in diesem meinem Sinne, bis demnächst.

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