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Alter Wein in neuen Schläuchen oder warum Social Media die natürliche Konsequenz ist

by Carsten Kreilaus. Average Reading Time: about 3 minutes.

Social Media ist als Hype gefeiert und wird als Muss im Marketing-Mix jeden Unternehmens angesehen. Facebook & Co. und ihre Macher sind die Stars der Stunde. Wer nicht dabei ist, wird als Aussenseiter gesehen. Social Media und vor allem die betreibenden Unternehmen stehen in der Öffentlichkeit und auch in der Kritik. Ich für meinen Teil verstehe dies nicht und meines Erachtens ist dies doch nur alter Wein in neuen Schläuchen. Die Entwicklung des Internets in die Dialogrichtung ist natürlich und menschlich. Der technologische Fortschritt und die zunehmende flächendeckende Breitbandversorgung haben es erst möglich gemacht. Warum aber ist Social Media die logische Konsequenz, dies schauen wir uns genauer an.

Die Interaktion ist menschlich, wir wollen, wir müssen kommunizieren und in Kontakt bleiben. Zeit? Wir alle haben immer viel zu tun, sowieso keine Zeit, daher sind die aktuellen Freundes-News-Streams als Appetithäppchen für zwischendurch genau das Richtige. Keine schwere Kost, sondern leicht und bekömmlich und dank Smartphone und Tablets immer und überall verfügbar. Teilen? Auch das liegt einfach in unserer Natur. Wir wollen uns anderen mitteilen, denn von einem Geheimnis, dass wir mit uns selbst teilen, haben wir nichts. Es ist nur die halbe Wahrheit, die halbe Freude. Komplettiert und zum wahren Feuer wird es erst durch das Teilen mit anderen. Alleine sind wir nur unserem Selbst überlassen und das reicht uns leider nicht. Wir haben alle Starallüren und wollen nach außen etwas darstellen. Ein bisschen der Wunsch, als Superheld wahrgenommen zu werden, steckt in jedem von uns. Nur war es bisher auf lokaler Basis sehr schwierig, dies auszuleben. Dank Social Media geht das einfach und schnell. Eben wie unser Leben ist. Nichts anderes ist Social Media. Die Technik hat die Grenzen niedergerissen. Heute ist eine grenzenlose Teilhabe und Mitteilung möglich. Nichts Neues und immer ein bisschen mit Schummeln, wie im wahren Leben auch. Wir lassen nur ungern, nicht überall und bei jedem die Hüllen fallen, sondern ein bisschen Show muss sein. Ähnlich wie in der Marktforschung gefallen uns Dinge, die wir für sozial erwünscht halten. Die 100%-Wir geben wir selten zu erkennen. Echt stünde uns gut, es fehlt allerdings am Mut. Steh zu dem, was du bist und sei du Selbst sollte das neue Motto sein!

Durch Social Media teilen wir so ziemlich alles und viel mit unserem eigenen Kollektiv. Fraglich, ob wir uns damit den Borg als ein Gesamtkollektiv nähern. Kaum vorstellbar, weil die Datenmenge einfach keinen abrufbaren Speicher finden. Aber einen Weg dahin allemal. Quatsch mit Soße auch dieser Datenschutzbrei. Wo bleibt die individuelle Freiheit. Uns soll medial vermiest werden, was uns schmeckt. Warum sollen wir nicht teilen, was wir ohnehin im engsten Kreise teilen. Dank Facebook & Google+ eben nur einer breiteren Öffentlichkeit. Schön, dass sich so mancher dem Verbraucherschutz berufen fühlt und doch nur in die Medien will. Aufmerksamkeit ist schliesslich ein kostbares Gut! Ich möchte allerdings für mich entscheiden und in meinen Social Media Kanälen kommunizieren, wonach mir das Herz und Sinn steht. Ist es nicht das, was mit freier Meinungsäusserung gemeint ist. Ich kann sagen, wem und was ich möchte, solange ich die Rechte anderer dabei respektiere. Social Media ist unser menschlicher Hang und Drang zur Kommunikation. Mit einer Erweiterung: wir sind dadurch nicht mehr auf unsere Umgebung beschränkt! Unsere Kommunikation erfolgt multirektional. Das Zuhören bleibt gleich. Wenn es für den Empfänger Relevanz hat, wird es aufgenommen. Allerdings mit einer Ausnahme, er ist offline und bekommt es nicht mit. Eine goldene Regel gilt auch im Social Media. Wozu du nicht stehst, musst du doch auch nicht weitergeben. Lieber erst einmal nachdenken und dann mitteilen. Redundanz ist auch hier gefragt oder interessiert es euch, ob ich gerade auf der Toilette war.

In diesem meinem Sinne, bis bald.

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One comment on ‘Alter Wein in neuen Schläuchen oder warum Social Media die natürliche Konsequenz ist’

  1. Kreilaus sagt:

    Zehn Thesen, wie Social Media die Unternehmen verändert, von Franziska Mozart, via W&V: http://www.wuv.de/digital/zehn_thesen_wie_social_media_die_unternehmen_veraendert

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