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Unsere Erde 2050

by Carsten Kreilaus. Average Reading Time: about 11 minutes.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie DIE WELT schreiben den Essay-Wettbewerb „Die Welt der Zukunft“ aus. Mitmachen kann ich nicht mehr, zu alt und nicht Zielgruppe. Das Gedankenspiel wie wir unser Leben in Zukunft gestalten, trete ich trotzdem an…

Unsere Erde 2050

Ich heiße Jan und bin 42 Jahre alt. Geboren bin ich im Jahr 2007, kurz vor der Finanzkrise und aufgewachsen in Zeiten von Rezession, Rettungsschirmen, Europakrise und Klimadiskussionen. Daran kann ich mich nicht bewusst erinnern, meine Eltern haben mir allerdings immer viel erzählt. Seit 2012 habe ich Erinnerungen an die turbulente Zeit. Eine Zeit des Wandels.Aus heutiger Sicht setzte damals ein Paradigmenwechsel in der Gesellschaft ein. Der Weg war ungewiss, aber losgetreten. Heute – im Jahr 2050 – weiß ich, dass die damals gelegten Grundsteine unser heutiges Leben ermöglichen: Ein zuversichtliches Leben.

Wie leben wir?

2012 haben wir weit weg von Mama´s und Papa´s Familie gelebt. Papa hat das nie wirklich gefallen. Er hat schon immer davon geschwärmt mit meinem Onkel oder auch Oma unter einem Dach zu wohnen. Eine räumliche Trennung ist ihm dabei wichtig, sprich jeder wohnt in seinem abgetrennten Wohnbereich ohne Durchgang. Nichtsdestotrotz hat er die Synergien gesehen, die mögliche gegenseitige Unterstützung. Die Bevölkerung wurde und wird noch zunehmend älter. Die damit verbundenen Probleme in der Gesellschaft mussten angepackt werden. Das bisherige Gesundheits- und Rentensystem konnte das nicht länger auffangen. Vor allem ein sozial verträgliches Altern wurde zum Diskussionspunkt. Die Pflege, das Wohnen wurde neu gedacht. So wurden über die Zeit Werte wie der Familienzusammenhalt modernisiert. Das angesprochene Mehrgenerationen-Haus und Wohngemeinschaften feierten ein Revival, sind heute Usus. Ich selbst wohne mit meiner Familie und Mama, Papa unter einem Dach. Dieser enge Familienbund macht uns, wie vielen anderen auch, Freude. Das gegenseitige Verständnis hat zugenommen und praktisch ist es obendrein. Mama passt oft auf unsere beiden Kinder sowie den Hund auf. Wir kaufen dafür für die beiden ein, erledigen die Gartenarbeit und sonstige Arbeiten die im Alter nicht mehr so leicht von der Hand gehen.
Unser Alltag ist geprägt von einer intelligenten Steuerung. Was ich damit meine ist schnell erklärt: Das Internet der Dinge hat Einzug gehalten und so kommuniziert wirklich alles mit allem. 2012 wurde darüber gesprochen, der Durchbruch war allerdings erst Mitte der Zwanziger. Diese vollständige Vernetzung war den Datenschützern ein Garaus, reduziert aber Komplexitäten. Macht alles einfach einfacher. Die totale Vernetzung ist nicht mehr wegzudenken. Ein paar Beispiele über die in der Vergangenheit spekuliert wurde, heute normal sind: Der Kühlschrank meldet jederzeit Lebensmittel die knapp werden an unsere Einkaufsliste. Diese wird von unserem Social-Ich im Netz nachgekauft und direkt geliefert.
Eigentlich plappern sämtliche Haushaltsgeräte miteinander. Praktisch ist es deshalb, weil so das Handy von der Stromlosigkeit des Fernseher weiß. Es teilt die notwendige Dosis mit ihm. Sollte das Haus unterversorgt sein, so zieht es sich eine entsprechende Menge Strom aus dem Straßennetz, welches unser Stromversorgung ist. Im umgekehrten Fall dienen alle Geräte als Stromspeicher. Wir sind endlich befreit von lästigen Kabeln und auch Steckdosen gibt es nicht mehr. Das Haus ist eine große Induktionszelle, genauso die Straßen für unsere Elektro-Mobilität. Aufladen war früher. Heute sprechen wir von Strom „on the fly“. Das was ein Produkt an Strom benötigt, induziert es für seinen laufenden Betrieb.
Das Ziel der Bundesregierung 1 Mio. E-Autos bis 2020 auf die Straßen zu bringen wurde nicht erreicht. Der Durchbruch kam dennoch. Spätestens seit die Autohersteller zu Mobilitätskonzept-Vermarktern geworden sind und die Produktion von Autos zur Nebensache. Die Autos dienen hauptsächlich unserem Transport. Seinen Stellenwert als Status Symbol hat das Auto eingebüßt. Ein individuelles Design wird noch nachgefragt, muss aber extra bezahlt werden. Das Basisprodukt gibt es kostenlos. Wobei nichts kostenlos ist, denn wir zahlen für die Nutzung. Der Batteriemarkt existiert nicht mehr. Der Antrieb wird über die ständige Abrufbarkeit an Energie über die Straßen gewährleistet. Die Autos kommunizieren unter- und miteinander. Wir kennen weder Ampeln noch Unfälle. Der Verkehr ist ein sich selbstregulierender Fluss von Verkehrsteilnehmern, selbst bei manueller Fahrt. Wir fahren intelligent. Für jede Wegstrecke nutzen wir die bestmögliche Kombination bestehender Verkehrsmittel, vor allem vor dem Hintergrund unseres ökologischen Fußabdrucks. Wir nutzen das Auto nicht mehr alleine, sondern mit der Familie, Nachbarn, Freunden zusammen. Teilen ist angesagt, immer noch. Die Mobilität ist wichtig, hat durch das Internet an Bedeutung verloren.
Arbeiten können wir quasi überall, vor allem von zu Hause. Schaltzentrale für unsere Arbeit und Privatleben ist das Smartphone. Dies ist unser ständiger Begleiter. Es ist Geldbörse, Kommunikationsmittel, Shopping-Center, Haus- und Autoschlüssel, Computer, Arzt, Social-Ich, uvm. Nicht nur Dienstleister reicht das Smartphone fürs Arbeiten. Auch die immer weniger produzierenden Arbeitsstellen arbeiten von wo sie wollen. Dank Log-in ins Firmennetzwerk kann der Arbeiter sein Robotik-Ich steuern. Surrogates light sozusagen. Die Selbstbestimmung beschreibt am besten, wie wir heute arbeiten. Die Unternehmen sind ein lockerer Verbund von Projektarbeitern, mit einem Kern an Steuerern. Diese managen im klassischen Sinne die Projektarbeiter, ohne uns direkt vorzustehen. Wir arbeiten dezentral, weg von einer hierarchischen, pyramidenhaften Organisation hin zur Bestimmung und Verwaltung durch die Angestellten selbst. Ich werde im Unternehmen nicht als reine Arbeitskraft angesehen, die zu funktionieren hat. Uns wird Vertrauen geschenkt die Firmengeschicke selbst in die Hand zu nehmen, was letztlich in ein Management ohne Manager mündet. Das Wohlergehen der Mitarbeiter ist wichtiger, als deren ständige Kontrolle. Der Erfolg stellt sich durch zufriedenere Mitarbeiter mehr oder weniger von alleine ein. Der Befürchtung von Illoyalität kann ich aus genannten Gründen nur widersprechen. Die Mitarbeiter leisten sehr gute Arbeit, weil sie das Gefühl haben etwas bewirken zu können, dass ihre Mühen lohnen und sie Teil von etwas Besonderem und Wichtigem sind. Insofern spricht man nicht mehr von Angestellten oder Mitarbeitern, sondern Mitunternehmern. Eine Kultur von Mit- und Selbstbestimmung, radikale Demokratisierung, Respekt, Transparenz, Verantwortung, Integrität und Vertrauen ist in den Unternehmen implementiert worden. Die Gewerkschaften und Betriebsräte sind ausgestorben. Sie sind durch unsere direkte Mitbestimmung schlichtweg obsolet.
Auch in der Politik gilt das Prinzip der direkten Mitbestimmung. Wir leben eine Politik ohne Politiker. Nun ja, Politiker gibt es immer noch. Sie sind Volksvertreter, gewählt aufgrund ihrer Qualifikation in einem bestimmten Fachgebiet. Parteien und ihre Programme gibt es nicht mehr. Früher ging es ums Regieren und Regieren lassen. Unsere Meinung war nach der Wahl nicht mehr gefragt, schon gar nicht unsere Mitbestimmung. Die heute von uns gewählten Vertreter können sich für die verschiedenen Ämter mit den unterschiedlichen Qualifikationsanforderungen bewerben und müssen durch ein Bewerbungsgespräch, mit uns allen. In regelmäßigen Intervallen wird ihre Leistung überprüft und von uns bewertet. In 4 Jahren kann viel passieren, diese Bewertungen finden daher jährlich statt. Wer eine Mindestpunktzahl nicht erreicht, wird abgewählt. Was das Programm betrifft, so bestimmen wir die Punkte, die entschieden werden müssen und in welcher Reihenfolge, bspw. wie der Haushalt, wie die Steuern geregelt werden, das Gesundheitssystem, unsere Rente, das Finanz- und Wirtschaftssystem. Wir wissen am besten, wo es uns juckt und die Demokratie egalisiert. Ich alleine bin kein Spezialist in jeder Disziplin und kann überall kompetent mitbestimmen, aber wir alle haben ausreichend viele Spezialisten. Das Schöne daran: unsere gewählten Politiker können sich voll und ganz der Verbesserungen ihrer Aufgabe widmen. Es ist keine “Politik” mehr notwendig, keine Parteikämpfe. Sie werden auch nicht von Posten zu Posten verschoben, ohne dafür geeignete Kompetenzen, rein durch Parteilobbyismus. Leistung zählt und überzeugt, muss uns überzeugen. Insofern sind die Politiker Mitunternehmer der Gesellschaft und Spezialisten auf ihrem Aufgabengebiet.

Wie wirtschaften wir?

Unsere Natur ist das Teilen. Das Eigentum steht schon lange nicht mehr im Vordergrund, sondern der Zugang. Status Symbole sind out. Die Benutzung ist in. Die Frage, die wir uns bei jeder Anschaffung stellen ist: Was brauchen wir wirklich? Insofern ist eine Verantwortung eingezogen in unseren Konsum. Bono von U2 – eine der Lieblingsbands von Papa – hat dazu den Begriff „conscious consumerism“ geprägt. Das ist es, was wir heute leben. Klar, eine schicke Uhr ist nach wie vor toll und erstrebenswert. Aber nicht mehr um damit zu kokettieren, sondern der Faszination für dieses Schaffenswerk und seiner Schönheit. Mein Gefühl ist, dass wir uns heute viel mehr an den Dingen erfreuen. Unseren Konsum erledigen wir ausschließlich im Internet und lassen die Bestellungen liefern. Dann und wann besuchen wir Showrooms, um die Ware haptisch zu erfahren. Autos schauen wir uns so an, Luxusgüter, auch Mode.
Wir verzichten viel mehr auf den Überfluss. Dadurch sind viele Uneigenheiten der Vergangenheit verschwunden. Der Lebenszyklus eines Produktes endet nicht automatisch nach einem oder zwei Jahren. Die Güter zeichnen sich durch Öko-Effektivität aus. Das bedeutet Langfristigkeit: die Produkte und Rohstoffe haben so gut wie möglich zu sein, gleich langfristig haltend. Es entstehen nachhaltige Produkte, Materialien und Dienstleistungen, die die menschlichen Bedürfnisse erfüllen, ohne dabei die natürlichen und künstlichen Ressourcen zu erschöpfen, die Belastbarkeit von Ökosystemen zu überschreiten und unsere sowie zukünftige Generationen ihrer Chancen zu berauben. Der Konsum in 2050 steht für eine Umwelt mit Zukunft. Die Unternehmen haben sich entsprechend aufgestellt.
Durch das Social Business ist die Wirtschaft direkter geworden, eine wirklich soziale Marktwirtschaft. Mit direkter meine ich, dass wir Konsumenten viel mehr Partizipation in den Unternehmen haben und zwar auf allen Ebenen. In der Markenführung, bei der Produktentwicklung, dem Vertrieb. Bekannt ist der Umstand schon lange. Nur passiert ist nichts. Unser Konsum hatte kaum Einfluss auf unternehmerische Entscheidungen. Durch Mitbestimmung und Miteigentum nehmen wir direkten Einfluss. Das Miteigentum geht über den Aktienbesitz hinaus, bis zum Crowdfunding als ergänzende Finanzierungsmöglichkeiten. Die Unternehmen lassen sich dabei immer mehr unter die Haube schauen, ganz im Sinne einer qualifizierten Mitbestimmung von uns Usern. Die Bertelsmann Umfrage Jugend und Nachhaltigkeit im August 2009/Shell Jugendstudie September 2010 hat dies bereits vermutet: Das Ergebnis zeigte, dass 78 % der Befragten an eine stärkere Einbindung der Zivilgesellschaft in die Wirtschaft als ein Katalysator für verändertes Verhalten sehen. Das ist eingetreten. Die Zügel für mehr Respekt und Rücksicht halten wir gemeinsam in der Hand.
Auch die Kooperativen haben sich in den letzten Jahrzehnten zu einer ansehnlichen Gesellschaftsform entwickelt und bereichsübergreifend Kapitalgesellschaften ergänzt oder ersetzt. Ist die logische Konsequenz der Mitbestimmung. Ich bin Teil des Ganzen und nicht nur ein Rad im Getriebe. Ich kann hinter die Kulissen blicken und weiß was abgeht. Die Unternehmenstransparenz ist Alltag. Die Deutsche Bahn wurde nie zu einer AG. Sie gehört heute uns. Anfang der 20er Jahre wurde die Gesellschaftsform in eine Kooperative transformiert. Seither sind wir mitverantwortlich für die Pünktlichkeit, die Preise, die Infrastruktur, den Service und die Ausstattung der Züge. Unsere Bahn kann sich sehen lassen. Wir haben den Güterverkehr auf der Schiene wieder konkurrenzfähig gemacht. Profitieren gleich doppelt: weniger LKWs auf der Straße, mehr Gewinn auf der Schiene, den wir für weitere Investitionen nutzen können. Die Gewinnmaximierung ist nicht mehr vordergründig. Wichtig sind Gewinne für den Erhalt und Ausbau, Ausbau zu einem besseren Unternehmen. Das widerspricht der Realität in 2012. Hier galt für die Unternehmen anscheinend die Devise „Wenn du Macht hast, nutze diese zu deinem Vorteil.“ Das entspricht nicht mehr dem grundlegenden Wertesystem. Es gilt: „Wenn du Macht hast, hast du eine Pflicht!„, nämlich Verantwortung zu übernehmen gegenüber Mensch und Umwelt.

Wie bewahren wir unsere Umwelt?

In den 20ern, 30ern dieses Jahrtausends haben wir die Umwelt in unsere wirtschaftlichen Rechnungen eingebracht. Damit war die Natur nicht länger kostenlos. Wenn wir uns ihrer bedienen, zahlen wir. Egal ob wir Auto fahren, Bodenschätze nutzen oder ein Haus bauen. Am Anfang gab es heftigste Proteste. Niemand wollte zahlen. Eine ähnliche Diskussion wie beim Internet entstand. Darf es etwas kosten, wenn wir uns in der Natur bewegen? In den 40ern sind diese abgeebt und mit der Werteverschiebung entwickelte sich ein kollektives Verständnis. Ein Verständnis jenseits der Kostenlos-Mentalität, in der wir uns als Teil des Systems verstehen und an die Zukunft jenseits unserer Eigenen denken. Heute stelle ich mir die Frage „Wie wir unsere Umwelt bewahren“ gar nicht mehr. Wir tun es einfach, wir alle. Keine Produktion, kein Produkt, kein Handeln, kein Unternehmen oder Land, kein Mensch ohne soziales und ökologisches Bewusstsein. Es gibt keine Alternativen und das haben wir verstanden. Friede, Freude, Eierkuchen haben wir dennoch nicht und Blödmänner gibt es immer. Auch heute noch. Die stehen Gott sei Dank schnell auf dem Abstellgleis, weil die Offenheit der Gesellschaft sie überführt und die Mehrheit sich gegen ihr unnachhaltiges Denken ausspricht. Zum Menschsein gehören Fehler und diese gestehen wir jedem ein, am Ende werden diese übers Kollektiv korrigiert…

Dieses Jahr werde ich 5 Jahre alt und wünsche mir euch im Alter von 42 tatsächlich von einer ähnlichen Welt wie oben beschrieben berichten zu können. Ja, das wäre schön. Die Geschichte wiederholt sich leider zu oft, ohne dass wir lernen. Tatsächlich ist bisher zu wenig passiert, außer viel Gerede. Mit dem 1972 veröffentlichten Bericht „Die Grenzen des Wachstums“ des Club of Rome ist 40 Jahre viel geredet und wenig gehandelt worden. Die Mittel haben wir. Die Vernunft nicht. Von heute an haben wir 38 Jahre Zeit zu handeln. Zeit genug vernünftig zu werden, sollte man meinen. Diese Zukunft können wir gemeinsam erschaffen, wenn wir Hier und Jetzt durchstarten! Das Leben ist, was wir daraus machen.

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5 comments on ‘Unsere Erde 2050’

  1. Hallo Giovanna, ich finde du hast schon sehr viel getan, indem du dir der Tatsachen bewusst bist, dich entschieden hast bspw. Vegetarier zu werden. Ich bin mir sicher in der Zukunft wirst du noch viele Entscheidungen treffen, die gut für Mensch und Umwelt sind. Das alleine macht dich zum Vorbild und steckt andere vielleicht an zu reflektieren wie du. Wenn du gerne zu diesem Thema mehr schreiben möchtest, bist du herzlich eingeladen einen Gastartikel in deinem Sinne zu verfassen, ich würde diesen dann auf meinem Blog veröffentlichen. Danke für deinen Kommentar und die Wünsche den Tag zu geniessen, werde ich machen. Dir auch einen schönen Tag, Carsten

  2. Giovanna Bierfreund sagt:

    Eine sehr spannende Zukunftstheorie die sie da verfasst haben! Ich persönlich kann mir nur sehr schwer vorstellen, wie die Zukunft einmal aussehen soll. Mit meinen 16 Jahren gehöre ich zu der Generation, die mit Smartphones aufwächst und der ständig in der Schule eingetrichtert wird, dass wir das Pech im Leben haben, die Welt wieder in Ordnung bringen zu müssen. Der Materialismus unserer Zeit und die Tatsache, dass Armut und Wohlstand immer weiter und weiter intensiviert werden, zerstört die Erde, mitsamt ihrer Einzigartigkeit. Wer weiß, wie viele Arten 2050 ausgestorben sein werden, wie wir in Zukunft die vom Klimawandel verursachten Naturkatastrophen überstehen sollen und gar uns vor uns selbst in verheerenden Kriegen retten sollen, welche durch unser eigenes Verschulden, der Selbstsüchtigkeit der Industrieländer, verursacht werden. Der Kampf um fossile Energieträger wird uns sicherlich noch einige Probleme bescheren. Obwohl mir all dies bewusst ist, und ich Angst vor der Zukunft habe, weiß ich trotzdem nicht, wie ich mit dieser Gewissheit gegenüber der Zukunft umgehen soll. Unsere Lehrer wollen uns die Augen öffnen, dass wir der Erde helfen können, wenn wir es nur wollen, aber wie soll ich mit meinen 16 Jahren großartig was retten? Nicht jeder Mensch ist in Verfassung oder hat die Möglichkeiten, gegen den Klimawandel und so weiter anzukämpfen. Nicht jeder kann es sich leisten Bio zu kaufen oder Solarstrom zu beziehen. Darüberhinaus ist nicht jedem klar, wie es überhaupt mit der Erde aussieht und hat schlichtweg auch einfach kein Interesse daran, nachhaltig zu leben und sich für die Zukunft zu engagieren. Solnage man selbst noch, eine große Auswahl an Essen und Sonstigem hat, ist es einem egal wie es für andere aussieht. Die haben dann eben Pech gehabt. Das hinter den Kulissen Tiere durch Massentierhaltung grausam ausgebeutet werden, Pflanzen gen-manipuliert werden und viele Menschen durch unseren Konsum ein armes, erschöpftes und vor allem hartes Leben führen, ist manchen gar nicht bewusst, doch die meisten, die natürlich wissen, dass es zB. Massentierhaltung gibt, schrecken vor der Wahrheit zurück. So schmerzt es also beispielsweise meine Mitschülerinnen, wie Tiere gehalten werden, und sie können bei diversen Dokumentationen über Massentierhaltung ihre Augen nicht offen lassen. Nein, die Qual die diese Tiere erleiden müssen, können sie nicht verstehen. Und trotzdem, obwohl sie wissen wie es um dieses Thema steht, greifen sie in der nächsten Sekunde wieder zu ihrem Brot mit Wurst, wofür höchstwahrscheinlich nicht nur ein Tier qualvoll gestorben ist, sondern welches auch dafür sorgt, dass die Erde sich erwärmt (Die Fleischproduktion ist für mehr Co2 Emissionen verantwortlich als Auto Abgase, viele Menschen hungern und verdursten (Mit dem Futter für Tiere könnten viel mehr Menschen ernährt werden und mit dem Wasser, das der Produktion dient, könnte der Durst von mehr Menschen gestillt werden) und die Umwelt verpestet wird (Wo sollen die Exkremente hin?). Und all das, obwohl mittlerweile bewiesen wurde, das vegetarische Ernährung gesünder ist und es schon sehr hilfreich wäre, wenn man in der Familie wenigstens einen Tag als fleischlos erklärt. Schon Albert Einstein erkannte, das nichts auf der Welt, das Überleben auf der Erde so steigern wird, wie der Schritt zur vegetarischen Ernährung. (falls jemand diesen Beitrag lesen sollte, und sich dafür in irgendeiner Weise interessiert, oder einfach die Wahrheit wissen will, lesen sie das Buch Tiere essen von Jonathan Safran Foer). Aus diesen Gründen bin auch ich vor 2 Jahren Vegetarier geworden, und ich kann Ihnen sagen, dass mir absolut gesundheitlich nichts fehlt und auch sonst kann ich mich über nichts beklagen. Viele Menschen sehen eine fleischlose Malhlzeit nicht mehr als solch eine an, was ich unter keinen Umständen verstehen kann. Was ist so schlimm daran, ab und zu bei seinen Abendessen von Kartoffeln,Salat und Gemüse, sowie Brot das Fleisch wegzulassen? Ich hoffe hiermit einigen Leuten einfach mal meine Gedanken habe erklären können und dem ein oder anderen vllt mal die Augen geöffnet zu haben. Falls nicht, hat es mir persönlich sehr viel gebracht, all das einfach mal selbst loszuwerden. Da ich mich dieser Text sehr viel Zeit gekostet hat, die ich dank meiner Physik Hausaufgaben eig. nicht habe, verabschiede ich mich hiermit(,obwohl ich hätte noch viel mehr schreiben können) Einen schönen Tag noch (genießen sie ihn, man weiß nie was noch kommt), Giovanna Bierfreund

  3. Carsten sagt:

    Wie sieht die Gesellschaft aus, wenn die wenigen jungen Menschen von heute das Sagen haben? Der Publizist Wolfgang Gründinger betrachtet die Welt im Jahr 2050: http://www.zeit.de/gesellschaft/2012-11/utopie-gruendinger-3

  4. Monika Schmuck sagt:

    Hallo Herr Kreilaus,
    an Ihnen ist ja ein Schriftsteller verloren gegangen!? ;- )
    Ihre Beschreibung der Zukunft finde ich sehr spannend und sehr erfreulich, das sind wirklich positive Perspektiven!!
    Wollen wir wirklich hoffen, dass die Menschheit die Intelligenz dafür besitzt oder noch zeitnah entwickelt, ansonsten wird und die Natur dazu zwingen müssen…!?
    Wäre interessant mich mal mit Ihnen darüber auch zu unterhalten…vor allem wie Sie die Finanzwelt zukünftig einschätzen und welche Rolle sie noch spielen wird, wäre interessant für mich zu wissen und sicher ein abendfüllendes Thema!? ;- )

    Schön Menschen wie Sie zu kennen, die sich über das Leben und den Planeten Gedanken machen und ihren Beitrag dazu leisten möchten, dass die Welt bzw. das Leben lebenswerter wieder wird und nicht nur dem Materialismus frönt! Das wird Sie jetzt sicher verwundern, das von mir zu lesen, aber mein Beruf ist nur eine Facette meiner Person…;- )

    mit herzlichsten Grüßen
    Ihre
    Monika Schmuck

  5. Carsten sagt:

    Der Umbruch hin zu einem Management ohne Manager ist in vollem Gange. „Karriere? Ohne mich!.. Nicht weniger, aber selbstbestimmter arbeiten…“: http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/karriereverweigerer-wer-will-noch-chef-werden-a-851667.html

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