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Ich lebe zu früh, meine Zeit ist die Zukunft

by Carsten Kreilaus. Average Reading Time: about 2 minutes.

Die Zukunft ist für mich ein Faszinosum. Egal auf welchem Wege ich ihr begegne, ich fühle mich immer wohl mit ihr. Mehr, als mit meinem Jetzt. Die Zukunft ist Geheimnis und Begeisterung zugleich. Ich kenne sie nicht und doch spendet sie mir ein Gefühl von Wärme, ähnlich der von Liebenden. Ich verschlinge Filme, Bücher und Studien, kenne nichts spannenderes. Meine Gedanken bewegen sich ständig in ihr. Mein Leben findet dort statt. Wie diese sein wird? Ich spekuliere. Ich visioniere. Ich träume viel. Und doch weiß ich, dass ich nie ankomme. Die Zukunft bleibt mir verschlossen. Je mehr ich ihr hinterher renne, desto weiter entferne ich mich von ihr. Die zukünftige Technik was sein kann, was sein wird, das sind meine Träume.
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Im Traum bewege ich mich in bekannter Zukunft. Lebe die Zukunft. Es ist alles so leicht in ihr, so gut. Wir lösen einfach unsere Probleme. Wir haben dafür das notwendige Wissen, durchbrechen die eigenen Grenzen. Das funktioniert in der Zukunft. Leider nur dort. In der Realität angekommen ist die Zukunft blass, verschwimmt Minute um Minute. Wenn ich ihr im Jetzt begegne, ist sie meist vergangen. Selten durchlebe ich deren Klarheit. Mein Wunschdenken nach Wissen bleibt mir verschlossen. Wie werden wir leben? Besser? Machen wir weiter wie bisher oder lernen wir aus der Vergangenheit und bestimmen unsere Zukunft? Ich glaube unerschütterlich an das Gute im Menschen. Ich glaube an die bessere Zukunft, trotz gegenwärtiger Enttäuschungen. Die Zukunft liegt in unserer Hand. Auch wenn wir diese nie erreichen, nie begreifen, so liegt unser Schicksal in uns selbst. Den Weg, den wir heute bestreiten, gehen die Menschen von morgen. Ich gebe nicht auf, glaube weiter an die Zukunft. Auch wenn ich weiß, dass ich nichts von ihr weiß. Dieses Nichtwissen ist meine schwerste Last. Heute ist einfach nicht mein Leben. Ich wünsche mich oft in eine ferne Zeit. Ich kann das Dasein geniessen, aber die Zukunft bleibt ohne Gewissheit. Jan wird mein Zeitzeuge sein. Er ist die Zukunft. Und ich kann sie ihm mit auf den Weg geben. Was ich ihm vorlebe, wird er morgen sein. Heute fühlen wir uns ohnmächtig vor unserem Unwissen. Wir beeinflussen die Richtung des Lebens, ohne es zu ahnen. Nur deshalb sind wir so dumm Dinge zu tun, die uns alle in die falsche Richtung führen. Wir sehen die Folgen unser Taten nicht! Alles lenkt den Fluss des Lebens. Jeder einzelne Tropfen zählt in der Summe, trägt zum Fluss bei. Leben wir alle das Richtige vor, lebt die Zukunft besser. Die Zukunft hört nie auf. Ich lebe weiter. Ewig, denn das Morgen wird Heute, wird Gestern. Ich war, bin und werde immer sein. Meine Zeit ist die Zukunft. Unsere Zukunft ist jetzt.

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