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42 Schritte für ein Meer an greener-life

by Carsten Kreilaus. Average Reading Time: about 5 minutes.

Wann, wenn nicht jetzt? Wo, wenn nicht hier? Wer, wenn nicht wir?“ John F. Kennedy. Dieses Zitat hatte er nicht auf die Natur bezogen, passt aber wunderbar in die heutige Zeit und zum Thema. Die Umweltprobleme, wie bspw. der Klimawandel, können wir nicht weiter auf die lange Bank schieben. Wir müssen jetzt aktiv werden, können nicht auf unsere Kinder warten, handeln und unser Handeln gegenüber der Natur in den Griff bekommen. Wir brauchen eine Bewegung der Massen, eine Lawine, die mehr und mehr mitreißt und der wir nicht entkommen. Die ein Umdenken erfordert und fördert, dabei aber keine große Kraftanstrengung für den Einzelnen bedeutet, sondern lediglich einen Anstoß. Die mediale und auch individuelle Masse ist sensibilisiert und im Sinne der Lawine braucht es nur einen Auslöser. Die schlechteste aller Möglichkeiten dazu wäre die große Naturkatastrophe, die nicht ferne Länder trifft, sondern unmittelbar uns und die meisten. Das ist uns allen nicht zu wünschen. Ebenso wenig wie Ökoterroristen, die einen globalen Anschlag verüben, um durch die Katastrophe das Mehr an Umweltbewusstsein zu fordern. Keine akzeptable Lösung. Wie aber bekommen wir in diese Ökobewegung Schwung und verhindern gleichzeitig das allgemeine Denken: Was kann ich alleine schon ausrichten?

Das beschäftigt mich. Was kann ich tun, wie gestalte ich mein Leben und das meiner Familie ökologischer und was bedeutet das überhaupt für uns? Ist der Verzicht der richtige Weg oder benötige ich eine Belohnung als Motivationsfaktor? In jedem Fall muss der Weg pragmatisch sein und mir Spaß machen. Vermutlich liegt die Antwort irgendwo in der goldenen Mitte. Einen totalen Verzicht an meiner vorgestellten Lebensqualität und was ich individuell dafür halte, finde ich nicht real. Vorstellbar ist der bewusste und teilweise Verzicht sicher in einigen Dingen, nur von der rabiaten Tour halte ich nichts. Ist mir zu sehr Öko-Fanatismus. Darüber bewegen wir sicher keine Massen. Bleiben wir beim Verzicht. Kleinere Schritte sind sicher bei unseren täglichen Konsumentscheidungen umzusetzen. Diese sollten wir nicht gedankenlos treffen. Pragmatisch könnte hier die Erstellung einer individuellen Öko-Checkliste sein. Jeder notiert sich 42 Öko-Punkte, die er in seinem täglichen Handeln berücksichtigt, die nicht weh tun, die aber jeden einzelnen von uns antreiben. Solche Beispiele könnten sein: Weniger Fleisch, mehr regionales und saisonales Gemüse, recycelte Produkte, generell mehr Bio bei allem und weniger verpackte Produkte. Auch im Haushalt lässt sich auf den ersten Blick einiges tun: Mülltrennung, sparsames und richtiges Duschen sowie Heizen, ökologische Energieversorgung, energieeffiziente Geräte, Energiesparlampen und nur dort Licht, wo wir uns aufhalten, kein stand-by, selber kochen und beim Konsum das ein oder andere Mal verzichten. Auch reparieren statt wegwerfen ist eine Alternative, keine Verschwendung in allen Lebenslagen und bei Anschaffung ist sicher nicht die x-te Variante von irgendetwas notwendig. Gefühlt sind die Produktlebenszyklen immer kürzer und die Industrie suggeriert über eine neue Generation an Geräten die Verbesserung und predigt Muss-Ich-Haben. Ob eine neue Generation immer sinnvoll ist und uns tatsächlich Mehrwert bietet, sollten wir genau überlegen. Meist wecken die neuen Funktionen doch rein unseren Jagd- und Spieltrieb und schmeicheln unserem Ego. Ich habe die neueste Generation, yeah, seht her. Gerade bei Autos ist sicher die Technik besser, aber vor allem Optik betroffen. Mein Auto fährt doch noch, warum also ein neues anschaffen. Ist einfach ein Statussymbol. Wenn wir das nicht mehr notwendig haben, ist ein guter Schritt im Umdenken passiert und Produkte können auf Langfristigkeit und Nachhaltigkeit produziert werden. Das Thema Mobilität ist eine schwierige Frage, das Auto einfach sehr bequem. Allerdings nicht zwingend notwendig. Wir können zu Fuß gehen, das Fahrrad nehmen, den öffentlichen Nahverkehr nutzen, uns Autos teilen. Es gibt viele Mobilitätskonzepte und hier ist die intelligente Nutzung und Kombination der verschiedenen Verkehrsmittel sinnvoll. Keinesfalls ein Statussymbol. Weniger ist eben manchmal doch mehr.

Abgesehen von den Jedermann-Möglichkeiten muss die Politik ein Rahmenprogramm setzen, damit wir und die Wirtschaft das Bild dazu malen können. Ein Belohnungssystem als Anreiz für ein ökologischeres Leben ist ein guter Anstoß. Wenn ich für meinen Verzicht und auch grünen Konsum etwas bekomme oder spare und dabei keinen großen Aufwand empfinde, dann mache ich so etwas gerne. Wie könnte so etwas aussehen? Die Politik müsste dazu ein paar Rahmenbedingungen schaffen. Wie wäre es z.B. eine Anlage „Umwelt“ bei der Steuererklärung einzuführen. Hier kann der Einzelne all seine Aktivitäten steuermindernd anrechnen lassen. Jeglicher Konsum wird dabei über eine Art Umwelt-Payback-System erfasst, indem jeder für seine Einkäufe Punkte sammelt. Je grüner der Warenkorb, desto besser für die Steuererklärung. Alle Waren bekommen neben den Ernährungswerten eine einfache Umweltampel aufgedruckt, welche den ökologischen Fussabdruck symbolisiert. Dies könnte die Übergangszeit von Öko-Produkten im Nischendasein hin zu alles ist Öko unterstützen und so die teureren Produkte über die Steuerersparnisse wieder ausgleichen. Der ökologische Weg erfordert ein Umdenken, das sich einlassen auf etwas Neues, Unbekanntes. Damit wird er als ein aufwendiges Unterfangen empfunden und von vielen mit dem Zeitargument ad acta gelegt. Wir müssen uns an diesem Punkt fragen: ist mir das wirklich wichtig? Wenn wir dies mit einem klaren Ja beantworten, dann ist es lediglich eine Umverteilung der Zeit. Weniger Facebook, weniger TV, mehr Zeit für den greener-life. Jonathan Safran Foer hat dies sehr schön zusammengefasst: „Zeit umschichten heißt Werte umschichten“. Die Aufklärung spielt an diesem Punkt eine große Rolle. Wenn im Kindergarten und der Schule diese Themen fester Bestandteil des Lehrplans sind, dann ist ein Bewusstsein geschaffen für eine ökologische Lebensweise. Auch das Vorleben der Eltern ist an diesem Punkt wichtig. Wir Eltern sind für unsere Kinder die Ökovorbilder. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten und einfach ist es nicht. Jeder muss für sich entscheiden, wie er leben will. Fakt ist aber auch, dass der ökologische Wandel notwendig ist und zwar jetzt. Dafür müssen wir alle einiges tun.

Egal wie, ich möchte in jedem Fall meinen Beitrag für die Lösung leisten. In diesem meinem Sinne, bis nächsten Sonntag.

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One comment on ‘42 Schritte für ein Meer an greener-life’

  1. Dominik sagt:

    Hey, ich bin mal so frech und schreibe was in deinen Blog. Sieht schick aus! Ich nutze seit kurzem auch WordPress verstehe aber noch nicht alles. Dein Blog ist mir da immer eine willkommene Inspiration. Weitermachen!

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