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Ein Lehrstück über die Gier!

by Carsten Kreilaus. Average Reading Time: almost 2 minutes.

Die Gier und deren Maßlosigkeit wollte ich eigentlich anhand von Unternehmen oder dem Finanzmarkt demonstrieren. Bei der Recherche und erstem Nachdenken wurde mir allerdings klar, dass der Markt oder die Unternehmen nie aus sich selbst heraus handeln, sondern dort verantwortliche Menschen bewusste Entscheidungen treffen. Die Gier scheint irgendwie unser Hirn zu fressen. Anders sind so manche unserer Entscheidungen nicht zu erklären. Machen doch alle so, ich musste doch, sind die gängigen Ausreden fürs Mitmachen in diesem Zirkus. Damit wir weiter in den Spiegel schauen können, schieben wir solche Argumente aus Selbstschutz in den Vordergrund. Der schwierigere Weg sind die unliebsamen Entscheidungen, die freiheitlichen, die uns nicht bevorteilen sowie andere respektieren. Das ist so schwierig, weil wir gegen die Evolution ankämpfen. Das Jagen und Sammeln ist fest in uns verwurzelt. Übersetzt auf die heutige Zeit heißt dies, dass wir nach mehr Vermögen jagen und dieses ansammeln wollen. Vermögen schafft Freiheit und sichert unsere Existenz in schlechten Zeiten.

Die Gier ist nicht per se schlecht. Zu Gute halten muss man unserem Jagdtrieb deren Ergebnis: mehr Wohlstand auf der Welt. Es geht immer mehr Menschen immer besser. Vergessen sollten wir nicht, dass der Antrieb in den ärmeren Länden sich aus existentieller Not heraus speist. Der Kampf ums Überleben ist eine andere Motivation, als der im Westen. Gier ist hier nicht gleich Gier. Die Not und der Hunger machen erfinderisch, gepaart mit unserer Gier führt sie in den ärmeren Ländern zu mehr Wohlstand. Fragwürdig ist die Methodik unser Jagd. Wir gehen ohne Rücksicht auf Andere vor. Die Wirtschaft dient den Menschen, nicht umgekehrt. Es gibt eine Grenze für jegliches Handeln. Die ist erreicht, wenn unser Konsum zu Lasten Dritter und auf Kosten der Umwelt ausgetragen wird. Gerade im Westen sollten wir uns reglementieren. Unser Konsum ist überwiegend ein Luxus-Einkauf. Bringt dieser mehr Sinn in unser Leben? Ich meine Nein. Der Verzicht scheint der bessere Konsum. Das bewusste Konsumieren kann unserer Maßlosigkeit sowie den Überfluss mit unnötigem Verbrauch Einhalt gebieten. Der Spaß muss dabei nicht zu kurz kommen. Das Hinterfragen unserer Konsumentscheidungen ist ein erster Schritt auf dem Weg zur Besserung. „Man muss das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen“, Hermann Hesse.

In diesem meinem Sinne, bis demnächst.

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